He! Norderney - März 2012

Inhalt

  • Startschuss für Galerie Trimborn
  • Norderneyer Gemeinde wählt im März
  • Bahnhof wird ausgebaut
  • Krankenhaus: „Wir schauen in alle Richtungen“
  • Meine Insel
  • Initiative von Mensch zu Mensch
  • 1. Kultfilmnacht des Jahres
  • Kino für Kids & Teens
  • Rätselauflösung
  • Zwischen Royal Albert Hall und Gemeindehaus
  • Frisia IX - der Raddampfer „Norderney“

He! Norderney - März 2012 als PDF (10 MB)


(Textauszug) Startschuss für Galerie Trimborn

Nach vielen Jahren der Vorarbeit und des Wartens würdigt das Bademuseum Norderney in den kommenden drei Monaten das Schaffen des Malers Hans Trimborn (1891 bis 1979), der von 1919 bis 1939 auf Norderney lebte und arbeitete. Trimborn, der auch Musiker war und damit zeitweise seinen Lebensunterhalt verdiente, hatte den ersten Weltkrieg durchlebt und war als Medizinstudent im Lazarett-Dienst eingeteilt. Aus dieser Zeit rührte eine tiefe Abneigung gegen alles Militärische. Auch die Nationalsozialisten waren ihm suspekt, was ihn nicht davor bewahrte, gegen Ende des 2. Weltkrieges noch zum Volkssturm eingezogen zu werden.

Die Kunsthistorikerin Annette Kanzenbach, die auch dazu beitrug, den künstlerischen Wert des Schaffens des Norderneyer Malers Poppe Folkerts neu zu entdecken, schreibt über Hans Trimborn: „Man kann sich diesen seiner Kunst geradezu besessen hingegebenen, unkonventionellen und eigenwilligen Menschen nicht im Gleichschritt und in kommandierter Haltung vorstellen. In den Skizzenbüchern wie in Briefen findet man Äußerungen und Literaturzitate, die knapp und unmissverständlich seine kritische Distanz zum politischen Geschehen zwischen 1933 und 1945 wie zum dann folgenden kalten Krieg belegen.“

Über diese Sonderausstellung hinaus werden auch Werke Trimborns auf Norderney bleiben. Mit Beginn der Ausstellung trägt das Bademuseum zusätzlich den Titel „Galerie Hans Trimborn“. Ein entsprechender Leihvertrag wurde mit Jan Trimborn aus Norden, dem Sohn des Künstlers, abgeschlossen. Der Schwerpunkt der Dauerausstellung wird auf den Werken Trimborns liegen, die er während seines Aufenthalts auf Norderney geschaffen hat, so Bätje.

Neben Bildern sind auch persönliche Gegenstände, Schriftstücke und Fotos zum Leben und Wirken dieses ungewöhnlichen Künstlers zu sehen. Es handelt sich bei dieser Schau um die einzige Dauerausstellung von Werken Trimborns in Ostfriesland. Die Kosten des Ausbaus beziffert Museumsleiter Manfred Bätje mit rund 38.000 Euro. Als Sponsoren im Boot sind die EWE-Stiftung Oldenburg und die Stadt Norderney.

Der größte Aufwand sei die Beleuchtung. Geplant sei eine schonende Beleuchtung mit LED-Technik. Diese alleine werde mit rund 16.000 Euro zu Buche schlagen. Kosten, die derzeit noch nicht abgedeckt seien, so Bätje, aber das „werden wir irgendwie hinbekommen“. Viele der Arbeiten, die zur Vorbereitung der Ausstellung nötig waren, wurden von Ehrenamtlichen des Museumsvereins geleistet. Im Vordergrund für den Gast stehe häufig Urlaub und Baden. Norderney habe aber auch viel Kultur zu bieten, auch jenseits von Poppe Folkerts, meint Museumsleiter Bätje. Das sei bei den Gästen gar nicht so bekannt, stoße aber bei vielen sicherlich auf Interesse, hofft der Museumsleiter.