He! Norderney - Juni 2012

Inhalt

  • Bahnhofsausbau beschlossene Sache
  • Meine Insel: Besondere Orte II
  • Rätselauflösung
  • Filmfest vom 6. bis zum 13. Juni
  • Geschichte: Kleingärten bedeuteten Überleben
  • Onnen-Visser-Platz: Bookcrossing und Sitzinseln
  • Wetterballone: 250 Euro pro Start
  • Urlaubslektüre: Der Sinn des Gebens
  • Reiner Will: 125 Jahre Amphitrite - die älteste Yacht der Welt

He! Norderney - Juni 2012 als PDF (23.62 MB)


(Textauszug) Onnen-Visser-Platz: Bookcrossing und Sitzinseln

(der) - Der Onnen-Visser-Platz bekommt ein neues Gesicht. Frank Meemken, der Leiter des Norderneyer Bauamtes, stellte die neuen Planungen vor. Der Onnen-Visser-Platz sei städtebaulich betrachtet „eher ein zufälliger Platz“, so Meemken mit Blick auf die Entstehungsgeschichte. Das Dreieck sei zwischen 1884 und 1897 durch die Anlage der Benekestraße einfach entstanden, wie Meemken mithilfe alter Stadtpläne erklärt. Der Platz fristete in den letzten Jahren ein etwas tristes Dasein. Das Haus Iderhoff wirke an seinem Standort auf der Südseite des kleinen Platzes überdimensioniert, so Meemken. Daher wurde eine sogenannte Besonnungsstudie gemacht. Im Computer wurden verschiedene Sonnenstände simuliert und der Schattenfall auf dem Platz so deutlich gemacht. Fazit: Vor allem ab Mittag ist der Platz nutzbar.

Für die Planungen hat man sich des gleichen Büros bedient, das auch den neuen Georgsgarten plant, der an das Spaßbad angrenzt.

Bei der Planung soll der Waschbeton verschwinden. Dafür soll die Mauer, die entlang der Fahrbahn steht, mit Holz verkleidet werden. Auch die alten Betonsteine sollen ersetzt werden. Die bisher vorhandenen Bänke sollen durch hölzerne „Sitzinseln“ ersetzt werden. Als Besonderheit soll auf dem Platz ein öffentlicher Bücherschrank, wie er in vielen Städten heutzutage schon zu finden ist, stehen. Darin können Passanten gelesene Bücher, die sie nicht behalten möchten, für andere Interessenten bereitstellen – Bookcrossing nennt man das. Er habe die Vorstellung, dass dies auf dem Weg zum und vom Strand ein interessantes Angebot sei, so Frank Meemken.

Auch die angrenzenden Straßen werden von der Baumaßnahme berührt. Bislang führt über den Platz eine Fahrspur für Autoverkehr. Diese soll in ihrem Charakter auch erhalten bleiben. Man verzichtet auf den Ausbau als richtige Straße, um den Verkehrsteilnehmern deutlich zu machen, dass sie über einen Platz fahren und entsprechend Rücksicht nehmen müssen. Die westlich angrenzende Frisiastraße soll ebenfalls etwas zurückgenommen werden, bleibt aber als Straße erhalten. Bei den Materialien habe man sich von der Erkenntnis leiten lassen, dass die noch vorhandenen alten Backsteinstraßen der Insel zwar unter technischen Gesichtspunkten eigentlich baufällig seien, andererseits zu den schönsten Straßen der Insel gehörten.

Für die Neugestaltung werden rund 430.000 Euro veranschlagt, berichtet Bürgermeister Frank Ulrichs. Davon wird knapp die Hälfte aus Fördermitteln bestritten. Zudem hätten die Wirtschaftsbetriebe Norderney angekündigt, auf dem Platz einen Springbrunnen oder ein Wasserspiel zu finanzieren.