He! Norderney - Juni 2011

Inhalt

  • Knöterich auf der Insel „Das Zeug breitet sich aus wie nichts Gutes“
  • Pfingstbaumaufstellen auf Norderney
  • Mirjam Barty: Puppenspielerin aus Leidenschaft
  • Uhrenturm: „Ein Teil das andere gehalten“
  • Bademuseum: „Faszination historischer Karten“
  • Neuer Deich gegen alte Wasser
  • Buchtipp: Das Orchideen Haus
  • Beachsoccer-Turnier verbucht Rekordanmeldezahlen
  • Norderney Teil des Nordseelaufs
  • Ansichtssache
  • Kolumne: Meine Insel
  • Museumsfest im Argonnerwald

He! Norderney - Juni 2011 als PDF (9.72 MB)


(Textauszug) „Das Zeug breitet sich aus wie nichts Gutes“

(der) - Er sieht eigentlich ganz schön aus, der japanische Staudenknöterich. Aber er hat es in sich. Mit dicken Wurzeln gräbt sich der Einwanderer in die Erde und wo er wächst, da finden andere Arten bald keinen Platz mehr. Landauf, landab mühen sich die Kommunen und Landkreise mittlerweile, die Ausbreitung dieses Krautes zu bekämpfen, was keine einfache Angelegenheit ist.

Auf Norderney sind einige Flächen befallen, denen nun die Gärtner der technischen Dienste zu Leibe – oder besser zu Wurzel rücken. Mit einmaligem Abschneiden ist es nicht getan, sagt Frank Meemken, der Leiter des Norderneyer Bauamts. Die Bekämpfung des Staudenknöterichs ist besonders schwierig. Dank seiner meterlangen Pfahlwurzel (Speicherwurzel), die die Dicke einer Kartoffel hat, ist er sehr ausdauernd. Die Pflanzenteile müssen nach dem Schnitt gesammelt und gesondert entsorgt werden. Am besten ist, sie werden verbrannt, denn auch kleine Wurzelstücke und Teile der Stängel sorgen schon für Nachwuchs.

Auf Norderney gibt es zum Teil schon große Flächen, die seit einiger Zeit von den Norderneyer Gärtnern systematisch bekämpft werden. Nach Pfingsten sollen die befallenen Böschungen an der Hafenstraße in Angriff genommen werden, berichtet Meemken. Um die Stauden dort endgültig loszuwerden, sollen die befallenen Flächen mit einer speziellen Folie abgedeckt werden. Dauerhafter Lichtentzug sei bislang das einzig wirksame Mittel, so der Bauamtsleiter.

Die Nationalparkverwaltung und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) haben gemeinsam im letzten Jahr bereits eine Fläche im Nationalparkgelände auf diese Weise behandelt.

Wie der Staudenknöterich dorthin gelangte, ist nicht bekannt. Man weiß aber, dass sich die Pflanze, die es mal im Gartencenter zu kaufen gab, vielfach durch unsachgemäße Grünschnittentsorgung verbreitet. „Wenn der Grünschnitt irgendwo landet, dann ist der Sprung in die freie Landschaft nicht weit“, sagt der Bauamtsleiter.

Was in der freien Landschaft passiert, kann man sich im Schanzenpark ansehen. An der Grenze zum Gartengrundstück des Hotels Haus Hanseatic (Gartenstraße) hat sich im Park der Staudenknöterich großflächig ausgedehnt. Auf einer Fläche von mehreren hundert Quadratmetern ist der Einwanderer hier dominant. Durch seine großen, dichten Blätter dringt kaum Licht auf den Boden, so dass andere, im Unterholz typische Arten verschwinden. Selbst die Brombeere hat gegen den Knöterich keine Chance. Im Harz gibt es große Flächen, in denen der Staudenknöterich dominiert. Wo nicht sofort gehandelt wird, wachsen den Kreisen und Kommunen die Kosten für die Bekämpfung schnell über den Kopf. „Das Zeug breitet sich aus, wie nichts Gutes und man sollte davon Abstand nehmen, das in seinen Garten zu pflanzen“, sagt Bauamtsleiter Frank Meemken.