He! Norderney - Dezember 2011

Inhalt

  • Die Mühle wird 150 Jahre alt
  • Abschied nach 12 Jahren
  • „Die besten Erdenjahre überhaupt“
  • Besuch bei einer alten Bekannten
  • Orkanböen im Jugendzimmer
  • „Geburtshaus in Kadeba eingeweiht“
  • Normalität der Insel
  • Und nun zum Wetter
  • „Das siehst du hier nie“
  • Inselweihnachten
  • Meine Insel
  • Höchster Seehundbestand seit Beginn der Zählungen
  • Ansichtssache
  • Weihnachtsgrüße vom Ausrufer
  • Auflösung des letzten Rätsels
  • Winterimpressionen
  • Nomo-Online.de
  • Der Norderneyer Morgen bekommt einen Bruder

He! Norderney - Dezember 2011 als PDF (12.38 MB)


(Textauszug) Die Mühle wird 150 Jahre alt

(der) - Für den Betrieb einer Windmühle bedurfte es in früheren Zeiten der Genehmigung des Landesherrn, der einem Müller zum Betrieb seiner Mühle einen bestimmten Bezirk zuwies und die Art und Weise des Betriebs festlegte. Für den Betrieb kassierte der Landesherr dann ein „Windgeld“ oder später eine Pacht. Wo der Weg zur nächsten Windmühle zu weit war, erlaubte man den Bäckern auch den Betrieb von Hand- oder Pferdemühlen. Das waren auch die Vorläufer der Windmühle auf Norderney. Diese wurde 1862 gebaut, wird also im kommenden Jahr 150 Jahre alt. Der Bau der Mühle auf Norderney hatte einen sehr handfesten Grund. Zuvor musste das Mehl für die Bäcker am Festland gemahlen werden, was zu sehr hohen Brotpreisen und sogar zu Engpässen führte. Immerhin bis 1962 wurde die Mühle als solche tatsächlich betrieben. 1970 begannen Umbauarbeiten zum Gastronomiebetrieb, der 1971 unter dem Namen „Ostfriesische Teestube“ eröffnet wurde (heute Restaurant zur Mühle).

Die Mühle trägt den Namen „Selden Rüst“, was selten Ruhe bedeutet. Dieses gilt auch für die beiden ehrenamtlichen Mühleninspektoren Johann Rass und Bernhard Müther. Sie sorgen seit Jahren dafür, dass sich die Räder der Mühle auch weiterhin drehen.

Selden Rüst ist die einzige Windmühle auf den Ostfriesischen Inseln, dazu Bau- und Industriedenkmal. Seit 2010 ist die Norderneyer Mühle als Standort der Niedersächsischen Mühlenstraße ausgewiesen. Die Mühleninspektoren, ohnehin an Geschichten nicht arm, wenn man mal mit ihnen ins Gespräch kommt, haben dazu auch eine Anekdote zu berichten. So stellte Johann Rass beim Besuch des Internationalen Mühlenmuseums in Gifhorn, das eng mit der Mühlenstraße verbunden ist, fest: „Die wissen schon alles über unsere Mühle. Woher die das wissen?“ Rass zuckt mit den Schultern.

Zum Jubiläum 2012 wird eine Plakette mit den wichtigsten Informationen über die Mühle am Bauwerk angebracht. Dazu hat das Stadtarchiv auch noch ein Informationsblatt entwickelt, das aus Dokumenten und Abbildungen sowie mündlichen Informationen der heutigen Inhaberin der Mühle, Elisabeth Fleetjer, zusammengestellt wurde.

Zum Neujahrsempfang wird es im Conversationshaus eine vom Stadtarchivar Manfred Bätje vorbereitete Ausstellung zur Geschichte der Mühle geben.