Weihnachten auf der Insel
Markt und Straßen stehn verlassen...
Wenn Sie die Stille mögen, die Wintersonne, sich gerne den Wind um die Nase wehen lassen und es lieben, wenn Nebelschwaden alles in Watte packen, dann sind Sie ein Wintertyp. So oder so ähnlich werden Menschen im Begleittext zur Speisekarte der Norderneyfähren auf den Winter eingestimmt.
Wie ganz Deutschland, so lag auch die Insel Norderney in diesem Jahr zu Weihnachten unter einer Schneedecke. Bei der Ankunft schwammen im Hafen von Norddeich bereits jede Menge Eisschollen, die Nordsee selbst war aber noch frei. Nach einer Woche, auf der Rückfahrt, sah das schon ganz anders aus, da war die Fläche zwischen dem Festland und den Inseln komplett mit Eisschollen bedeckt.
Auf der Insel selbst lagen etwa 10 – 15 cm Schnee. Nur die Hafenstraße war geräumt, ansonsten gab es überall auf den Straßen eine festgefahrene Schneedecke. Das ist nun kein Problem, denn Autofahren ist im Zentrum von Norderney auch im Winter stark eingeschränkt und nur mit Ausnahmegenehmigungen erlaubt. Auf den öffentlichen Parkplätzen finden sich nur wenige Autos ein, denn Weihnachten herrscht auf der Insel eine himmlische Ruhe, Weihnachtsfrieden eben. Es verlieren sich dort nur wenige Urlauber. Die kommen erst in den Tagen vor Sylvester.
Hier gilt es noch, das Weihnachtsgedicht von Joseph von Eichendorff: Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh ich durch die Gassen, alles sieht so festlich aus.
Sehr viele Restaurants sind noch geschlossen, aber der ein oder andere Glühweinstand hat geöffnet. Wer sich auf einer ausgedehnten Strandwanderung den Wind hat um die Nase wehen lassen, der darf sich schon mal ein bisschen auftauen, bevor es zurück geht in die heimelige, weihnachtlich dekorierte Ferienwohnung.
Es kommt vor, dass man seine Wanderung bei strahlendem Sonnenschein beginnt und plötzlich ist man im dicken Nebel auf verschneiten, nicht geräumten Dünenwegen ganz allein unterwegs. Eine ganz eigene Stimmung, wenn der Nebel durch die Landschaft wabert und man kaum einen Laut hört. Es gibt aber auch Tage, da trifft man auf rodelnde Kinder in den Dünen! Ob’s erlaubt ist?
Nach Weihnachten, Richtung Sylvester, wird es dann langsam voll. Die Menschentrauben um die Glühweinbuden vergrößern sich, die einsamen Autos auf den öffentlichen Parkplätzen bekommen hundertfache Gesellschaft. Am Strand entlang zieht eine Karawane Richtung Weiße Düne und legt eine Spur aus Sand in den Schnee. Dicht am Wasser trifft man immer noch auf einzelne Wanderer und Reiter, die dem Wind, den Wellen und den Möwen lauschen und die zu Eis gewordenen Schaumkronen bestaunen, dazu die Wolken, die dem Himmel jeden Tag ein anderes Gesicht geben. Das kann man lieben!
Verfasst von: longriver





Kommentare
Weihnachten auf Norderney
Genauso haben wir es auch erlebt und empfunden! EINMALIG!!!